Elbkinderärzte

Dr. med. Heide Siebert

Manuelle Therapie

Leistungen - Manuelle Medizin

Der Symptomenkomplex Schädelasymmetrien / KISS / KIDD

KiSS - Kopfgelenk induzierte Symmetrie Störung
KDD - Kopfgelenksinduzierte Dysgnosie und Dyspraxie

Die Störung der Funktion der gelenkigen Verbindung des Kopfes mit der Halswirbelsäule wird abgekürzt Kiss genannt.

In meiner Praxis sehe ich sehr viele Kinder mit Gesichts- und Körperasymmetrie. Leider werden die Kopfgelenke nach der Geburt oft nicht standardmäßig untersucht, so dass der oberste bzw. manchmal alle drei obersten Wirbel blockiert bleiben.

Dies kann vielfältige Störungen, Einschränkungen und Defizite beim Kind / Jugendlichen / Erwachsenen induzieren. Vermeidungsstrategien, Verweigerungshaltungen oder Verhaltensauffälligkeiten können die Folgen sein.

Bei erfolgreicher Behandlung ändern sich nicht nur das Aussehen des Kopfes und der Haltung. Auch Gleichgewicht, Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit bessern sich oft spürbar.

Beim KISS-Syndrom  hat sich der oberste(Atlas) oder zweite Halswirbel (Axis) verschoben und verbleibt in blockierter Stellung. Dieser Bereich der Halswirbelsäule entspricht einem Reflexzentrum und dient zur Raumwahrnehmung. Außerdem wird die Spannung der Halshalte- und der Halsstellmuskeln gesteuert.

Es bestehen enge Verbindungen zwischen Rezeptoren in diesem Gebiet und dem Sehzentrum, Hörzentrum und Gleichgewichtsorgan, sowie dem Kiefer mit den Zähnen. Fehlfunktionen in diesem Bereich führen zur veränderten Propriozeption, wobei eine gestörte Körperwahrnehmung zu Bewegungsdysfunktionen und asymmetrischer Körperhaltung führen kann. Es gibt also eine Verbindung mit der Hauptschaltzentrale im Gehirn.

Tatsächlich scheint diese Fehlstellung im Nackenbereich nach einiger Zeit ohne Behandlung verschwunden zu sein (spontan oder nur mit krankengymnastischer Behandlung). Die kleinen Patienten haben inzwischen gelernt, wie sie ihre Fehlstellung und oft auch Schmerzen kompensieren können .Manche haben sich vielleicht besonders früh hochgezogen oder zu laufen begonnen, oft zur Freude der Eltern. Dabei haben sie in Wirklichkeit nur instinktiv eine schmerzfreie Haltung angestrebt.

Weitere Informationen

Säuglinge, die mit Haltungsauffälligkeiten reagieren, wie ein „C“ im Bettchen liegen, mit seitlich abgeplattetem Hinterkopf und asymmetrischer Schädelform. Vielfach ist das Gesicht asymmetrisch geformt mit einer kleineren Gesichtshälfte. Sie können den Kopf in Rückenlage nur auf eine Seite drehen und weinen, wenn man ihnen Kleidung über den Kopf zieht.

Kinder, die sich stark überstrecken, der Kopf kann zwar in beide Richtungen bewegt werden, aber durch die fixierte Rückenhaltung entsteht eine in der Mitte abgeflachte Schädelabplattung mit kreisrundem haarlosem Gebiet. In Bauchlage können sie lange nur mühsam den Kopf anheben.

Kinder, die mit einem KISS großgeworden sind und nun unter verschiedensten Einschränkungen leiden. Dysgnosie steht für die Unfähigkeit, Gelerntes zu reproduzieren, Dyspraxie bezeichnet eine Koordinations- und Entwicklungsstörung, bei der es unter anderem zu fein- und grobmotorischen Störungen kommt.

Kiss ist also keine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern eine Symmetriestörung mit weitreichenden möglichen Folgen:

  • Schiefhals
  • Gesichtsasymmetrie
  • Kreuzbiss
  • Kopfschmerz
  • Asymmetrische Nutzung der Extremitäten
  • Konzentrationsstörungen
  • Störungen des Gleichgewichtes
  • Störungen des vegetativen Nervensystems
  • Enge oder Zwangslage im Mutterleib, z.B. bei Mehrlingsschwangerschaften
  • Steißlage, Beckenendlage, Enge oder Zwangslagen im Mutterleib, sehr schnelle Geburt
  • Geburt mit Hilfsmitteln wie Zange oder Saugglocke
  • Kristeller‘scher Handgriff
  • Notfallkaiserschnitte
  • Zwillingsgeburten
  • Übertragungen
  • Geburtsgewicht über 4000g
  • Augenerkrankungen
  • Lagebedingte Schädelasymmetrie- Skoliosen, Schulter und Beckenschiefstände
  • Einseitige häufige Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Craniosynostosen (verknöcherte Schädelplattenverbindungen)
  • Einseitiges Tragen
  • Genetische Gründe

Durch die Begutachtung der Anatomie auf einem Röntgenbild lässt sich eine korrekte Diagnose finden. Der Ausschluss einer Kontraindikation, also das Erkennen eines Details, das eine andere Erkrankung beweist, ist ohne die Bewertung der Anatomie nicht möglich. Des Weiteren kann durch die Kenntnis der Gelenkverhältnisse die korrekte Behandlungsrichtung gewählt werden. Es wird darauf hingewiesen, dass es Meinungsverschiedenheiten über Notwendigkeit einer Röntgenuntersuchung bei Kindern und Säuglingen gibt. Die behandelnden Ärzte für Manuelle Medizin verweisen aber darauf, dass die Belastung durch Röntgenstrahlen weniger stark ist als die Strahlenbelastung, der man auf einen Flug von Deutschland nach Mallorca ausgesetzt ist.

Ein verschobener Atlas wird nicht „eingerenkt“, jedenfalls nicht so, wie man sich das bei diesem Begriff vorstellt. Es handelt sich vielmehr um einen leichten Impuls, der schnell und sehr zielgerichtet ausgeführt wird. Bei der HIO-Technik wird nur der Atlas oder Axis in eine Behandlungsrichtung mobilisiert. Diese Technik wird meist nur einmal angewendet. Ziel des kurzen Impulses auf den ersten oder zweiten Wirbel soll eine Einwirkung auf das Nackenrezeptorenfeld sein, wo erhebliche Steuerungsanteile des vegetativen Systems und des Muskeltonus erfolgen. Diese Art der Atlastherapie wird unter anderem bei der Behandlung sensomotorischer Bewegungsstörungen eingesetzt, die im Säuglingsalter zu asymmetrischen Haltungen und Bewegungsabläufen führen können und in Folge im Vorschul- oder Schulalter Haltungsschwäche, Haltungsasymmetrien, Fußfehlstellungen oder Gangstörungen verursachen sollen. Es sind sogenannte Körperschemastörungen, welche bedingt sind durch die Unfähigkeit, Reizeinwirkungen der Sinnesorgane richtig zu verarbeiten und sie in gut koordinierte, zielgerichtete Haltungskontrolle und Handlungsabläufe umzusetzen. Unter KIDD (Kopfgelenks-induzierte Dyspraxie und Dysgnosie) versteht man eine Fehlstellung der ersten beiden Wirbelkörper, Axis und Atlas, wobei die Folgeerscheinungen sehr ausgeprägt sind. Die Ursache ist das KISS- Syndrom, welches unbehandelt blieb und sich über die Jahre ausgeprägt hat. Da diese Funktionsstörungen der Kopfgelenke Auswirkungen auf den gesamten Organismus (siehe KISS-Syndrom) haben, sich nicht „auswachsen“, sondern potenzieren, ist eine frühzeitige Behandlung von Bedeutung.
  • Kopfschmerzen / Migräne
  • gestörte oder geschwächte Körperhaltung / gestörtes Gangbild
  • häufiges Stolpern / Stürzen
  • Koordinationsschwierigkeiten und motorische Defizite (sog. „Turnmuffel“)
  • Probleme der Grobmotorik -> Fahrradfahren, Balancieren
  • Probleme der Feinmotorik -> Schriftbild, Malen, Basteln
  • Lern- und Konzentrationsstörungen in der Schule
  • Hyperaktivität / Unruhe / Zappeligkeit, aber auch „Träumer“
  • ADS/ADHS ähnliche Auffälligkeiten -> gestörte soziale Integration, z.T. Aggressivität
  • Sprachentwicklungsverzögerungen
  • Emotionsstörungen Frustration-> Reizbarkeit–> Ungeduld
  • Ein- und Durschlafstörungen

Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie sich für eine Diagnostik und Therapie der Kopfgelenke ihres Kindes interessieren!

Scroll Up